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Winterlichtung

 
 
Zur Zeit scheint Zeit
wie eine Weide,
mit kahlem Stamm
und abgebogen
und zur Erde hin
verzweigt.

Du weißt, es wurzeln schon
die jungen Bäume
mit bunten Vögeln
voller Nester,

und ihr Gezwitscher
ruft dich
manchmal
hinter Nebelhäusern -

ja, du weißt -

doch unauffindbar,
wenn du suchst.

Zur Zeit scheint Zeit
wie eine Weide,
auf der mit stillem Gang
Dezemberkühe grasen

nur einen Hauchbreit weg
vom schwarzen Nichts.

Doch da, irgendwie immer
genau da

am Übergang

und ganz dazwischen zwischen
zischenden, blitzenden
Lawinen aus Zeit

wurzeln immergrün
deine alten Augen
und tragen Venusblüten
in den Wimpern.

Und unaufhaltsam ist ihr Blick

ins Licht.
~
 

 

Lichtstufen 3

 
 

Gedicht und Tonaufnahme Dezember 2000
Bild Januar 2001

mp3, gelesen vom Autor

 
 
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