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Kohle. Kreide. Kruste.

 
Eine Auswahl von 30 Bildern
aus den Jahren 2005 und 2006

mit einem Gedicht
und 30 Digitalen Postkarten

17. Oktober 2006

 

 
Diese Bildserie begann mit meiner Teilnahme beim Workshop 'Wege in die Abstraktion', der am 22. Januar 2005 unter der Leitung der Künstlerin Regine von Chossy und der Germanistin Petra Dahlemann im 'Evangelischen Bildungswerk München' stattfand.

Ich begegnete dabei einem Malmittel wieder, das ich seit Jahren zugunsten der Computermalerei vernachlässigt und praktisch gar nicht mehr verwendet hatte: der Kohle und der Kreide. Und ich merkte, wieviel Freude und Energie mir das Arbeiten damit brachte --- obwohl man dabei schmutzigere Finger kriegt als an der Computertastatur ;-)

Die meisten hier gezeigten Bilder wurden am Computer weiter bearbeitet. Manchmal blieben vom ursprünglichen Bild nur einige wesentliche Formen oder die Grundstruktur der 'groben Körnung' übrig, wie sie beim Zeichnen mit Kreide oder Kohle entstehen kann. Diese Struktur ist für sich selbst interessant und selbst mit Malprogrammen, die 'Kohle'- oder 'Kreide'-effekte simulieren können, eigentlich nicht wirklich überzeugend herstellbar.

Eine 'Warnung' noch. Die Bilder sind zwar eher abstrakt, beinhalten aber gegenständliche Assoziationen, die im Zusammenhang mit den Titeln zu sehen sind. Einige sind 'wohltuend', andere, vor allem ein paar im letzten Drittel der Ausstellung, können wegen ihrer Thematik und ihrer möglichen emotionalen Wirkung aber als unangenehm empfunden werden --- und sollen das auch.

Das Dunkle und das Licht sind nur zwei Seiten derselben Realität. Der Abgrund ist nur ein umgekehrter Himmel, der Himmel kann ein umgekehrter Abgrund sein.

Aus diesem Grund solltest Du Dir vielleicht zuvor den Katalog mit den Titeln und den verkleinerten Vorschaubildern anschauen, um zu entscheiden, ob Du Dir alle Bilder anschauen willst.

Oder Du läßt Dich vorbehaltlos darauf ein. Sowohl Auswahl als auch Anordnung der Bilder haben ihren Sinn, und die Ausstellung ist, wie meistens hier auf meiner Website, auch gemeint als eine 'Erzählung in Bildern'. Es geht unter anderem um Krusten, die sich über Wunden bilden können, oder über Ängsten, über Hoffnungen, über der Realität. Über Dir.

Krusten können Ver-krustungen bilden, Erstarrungen, Panzer, die irgendwann nicht mehr nur Leben schützen, sondern hindern, am Leben zu sein. Dann ist es manchmal besser, Krusten auf- und abzureißen. Das kann sehr schmerzhaft sein. Aber es befreit. Es öffnet, in vielerlei Hinsicht. Und es bringt Kraft, um sich wieder mal auf die Suche zu machen nach Fragen, wenn man in der Suche nach Antworten schon so erfolgreich geworden ist, daß man aufgegeben hat.

Nur unter Krusten, die zur Heilung wachsen, kann Heilung auch stattfinden.

Das wünsche ich Dir.

 

 
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